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„You tweet. We march.“ ─ Women’s March 2017

Der Women’s March, die Sister Marches und warum es nicht reicht, Beiträge zu teilen

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Trump: Vereidigung am 20. Januar, und einen Tag später wurden weltweit Proteste veranstaltet. Hat das überhaupt noch etwas gebracht? Er ist ja schon Präsident. Man kann das nicht rückgängig machen. Das fühlt sich an wie Proteste, die selbst nach einem Bürgerentscheid noch weitergehen, bei dem demokratisch abgestimmt wurde.

Beim Women’s March Movement mit dem Hauptmarsch in Washington und dessen Ablegern, den Sister Marches, ging es jedoch um viel mehr als nur den Protest gegen Trump. Er ist bestimmt der Hauptgrund, warum es zu so einer gewaltig großen Teilnehmerzahl kam, doch bei diesem Protest ging es außerdem oder vielmehr auch um die Rechte und die Gleichberechtigung von Frauen.

Die Teilnehmer protestierten für Frauenrechte, die Gesundheitsreform, Rechte der LGBTIQ+ Community, Religionsfreiheit und viele mehr. Es war der größte Protest gegen Trump und außerdem der größte an einem einzigen Tag abgehaltene Protest in der Geschichte der USA. In Washington marschierten mehr als eine halbe Million Menschen, weltweit waren es 4,8 Millionen bei insgesamt 673 Protesten in 82 Ländern.

Der Women’s March:
Inspirierend.

Der Women’s March war in dieser Form der erste seiner Art. Und wenn man bedenkt, dass so viele Menschen gekommen sind und auch noch weltweit in so vielen Ländern, da kann man eigentlich nur staunen. Wie das auf die Beine gestellt wurde! Wie viele Menschen eigentlich an einem Strang ziehen können und gemeinsam und vor allem friedlich für eine Sache einstehen können! Die ganze Aktion ist bewunderswert und ich hoffe, dass aus diesem Event ganz viele tolle Sachen entstehen. Hoffentlich wirken diese Bilder noch lange nach, und hoffentlich können die Mitwirkenden viel Kraft und neue Ideen für die Zukunft daraus ziehen!

Ich wünschte, ich könnte nun voller Stolz erzählen, an welchem Sister March ich selbst teilgenommen habe. Seitdem ich wusste, dass ich es nicht schaffen würde, ging mir das schon irgendwie nach, verdammt! Denn den Spruch, den eine Läuferin auf ihrem Schild stehen hatte, passt da wie die Faust auf’s Auge:

„You tweet. We march.“

Dennoch hat mich begeistert, dass es anderswo hieß, eine Läuferin sei stolz darauf, andere Gleichgesinnte zu repräsentieren. Yes! Genau so hat es sich angefühlt und ich bin dankbar für diese Ansicht. Ich finde dieses Event einfach unglaublich wichtig, wäre gern dabei gewesen, und auch wenn ich es nicht war, stehe ich hinter diesem Ziel oder Zweck.

Trotzdem hilft es alles nichts: dabei gewesen zu sein wäre besser gewesen als das Event nur zu rezipieren, durch Bildschirme zu betrachten. Gerade weil sich nur ein Teil nur zu Hause im Internet informiert, dort mit anderen ins Gespräch kommt und sich nicht mit Andersdenkenden im selben Umfeld ‚in real life‘ austauscht, ist es einfach schwer einschätzbar, an welchem Stand wir heute überhaupt sind. Filterblasen, schweigende Mehrheiten, Fortschritt?

Beiträge teilen reicht nicht

Wie ich das letzte Mal schon in diesem Artikel geschrieben habe, kann ich einfach nur betonen, wie wichtig es ist, auch in unangenehmen Situationen die Diskussion nicht zu scheuen. Es hilft wirklich viel, wenn man über Dinge, die einen interessieren, liest oder Sendungen hört oder sieht. Aber wir müssen darüber reden und diskutieren, sonst wird der Abstand zwischen uns und unseren Meinungen einfach immer größer. Beiträge innerhalb der eigenen Filterblase zu teilen ist toll, sollte aber nicht das einzige Engagement sein.

Falls ihr noch etwas mehr über diesen Tag erfahren möchtet, dann schaut euch einfach ein paar Reden auf YouTube an. Am besten haben mir die von America Ferrera und Scarlett Johansson gefallen. Auf Twitter habe ich selbst mitgefiebert, vielleicht findet ihr etwas in meinem Feed, das auch euch gefällt.

Besonders der von mir geteilte Artikel im oben eingebetteten Tweet ist wirklich so relevant! Ich habe ihn auch hier noch einmal verlinkt. In diesem Artikel äußert sich die Autorin Dina Leygerman zu der Aussage anderer, dass sie nicht mitlaufen müssten, weil sie sich nicht benachteiligt fühlten. Die Antwort der Autorin ist einfach absolut klasse, da sie nicht nur benennt, was Frauen bisher in der Geschichte getan haben, wodurch wir am heutigen Stand der Gleichberechtigung angekommen sind, sondern auch, warum wir nicht davon ablassen dürfen. Wenn man also in nächster Zeit etwas von diesen spannenden Vorkommnissen mitnehmen möchte, kann ich diesen Artikel nur wärmstens empfehlen.

Und was denkt ihr darüber?

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